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    Zebrafinken: Alkohol verringert die Lernfähigkeit



Alkoholkonsum Betrunkene Zebrafinken singen schief

Tiri liri lllili ...
RitaThielen / pixelio.de

Tiri liri lllili ...

Singvögel trinken gerne mal einen über den Durst - zumindest im Labor. Doch berauschte Finken treffen die Töne nicht, ihr Gesang wird langfristig geschädigt.

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Für Singvögel ist Musikalität überlebenswichtig. Denn wer den Ton nicht trifft, bleibt eher allein. Zebrafinken (Taeniopygia guttata) bilden da keine Ausnahme. In der Pubertät entwickelt jedes Männchen eigene Melodien, um seine Herzdame zu gewinnen.

Die Gesangskünste der kleinen Singvögel sind besonders gut erforscht. Auch wissen Zoologen bereits einiges darüber, wie Zebrafinken ihre Stücke erlernen. Der Biologe Christopher Olson von der Oregon Health and Science University in Portland hat sich dieses Wissen zunutze gemacht. Er wollte herausfinden, wie sich Drogen auf das Lernverhalten auswirkt. Also beschloss er, die Versuchstiere in einen Rausch zu versetzen.

Dazu mischte er den Vögeln 6 Prozent Ethanol ins Trinkwasser. Ein Alkoholspiegel von bis zu 0,8 Promille war die Folge. Wer in Deutschland damit hinterm Steuer erwischt wird, ist den Führerschein erst einmal los.

Die Lust am Singen verloren die betrunkenen Finken nicht. Sie trällerten munter weiter - mit "rauchiger Barstimme", wie Olsen sagt. Denn die Vögel gerieten aus dem Takt, der Gesang war planloser als im nüchternen Zustand.

Bedeutend beunruhigender als der eine oder andere schiefe Ton ist jedoch, dass die jungen Zebrafinken unter Alkoholeinfluss weniger neue Lieder lernen konnten. So prüften die Forscher, inwieweit sich das Lernverhalten von 40 Tage alten Zebrafinken, die gerade erst von ihren Eltern entwöhnt waren, durch dreiprozentigen Ethanol veränderte. 90 Tage bekamen die Jungvögel das Wasser mit Schuss, die Forscher zeichneten derweil ihre Gesänge auf.

Der Unterschied zu durchweg nüchternen Artgenossen wurde sehr schnell deutlich: "Normalerweise ,brabbeln' Jungvögel sehr viel, versuchen sich auch an unmelodischen Tonfolgen und entwickeln dann eine individuelle Melodie", erklärt Olson. Die unter Alkohol gesetzten Finken hingegen waren deutlich weniger experimentierfreudig und entwickelten bis zu ihrem 55. Lebenstag lediglich ein einfaches Lied.

"Es ist überraschend, wie früh sich der Alkohol auf die erwachsenen Vögel auswirkte", sagt der Zoologe Ofer Tchernichovski von der City University of New York. "Das ist die erste Studie, mit der die Folgen einer Droge auf einen derart gut erforschten Lernprozess untersucht worden sind."

Olson und sein Team gehen davon aus, dass der Alkohol die Kreativität und Flexibilität des Gehirns einschränkt. "Im Erwachsenenalter lernen Zebrafinken normalerweise keine neuen Melodien mehr", sagt Olson. "Es könnte sich also um einen dauerhaften Schaden handeln." Sein Team will nun herausfinden, ob die Vögel abhängig werden und ob sich ihre Melodien wieder weiterentwickeln, wenn sie keinen Alkohol mehr bekommen.

mm / first published in New Scientist © 2012

© New Scientist Deutschland GmbH 2012

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insgesamt 6 Beiträge
1. Ist ja ganz interessant,
noalk 19.10.2012
aber muss derselbe Text deswegen doppelt im Artikel stehen?
aber muss derselbe Text deswegen doppelt im Artikel stehen?
2. Völlig sinnlos
antiidiot 19.10.2012
Was soll dieser völlig sinnlose Tierversuch beweisen? Dass der durchführende Wissenschaftler selbst zu tief in die Flasche geschaut hat und dabei sein Denkvermögen stark beeinträchtigt hat? Muss man Tiere quälen und schädigen, für [...]
Was soll dieser völlig sinnlose Tierversuch beweisen? Dass der durchführende Wissenschaftler selbst zu tief in die Flasche geschaut hat und dabei sein Denkvermögen stark beeinträchtigt hat? Muss man Tiere quälen und schädigen, für solche "Erkenntnisse"? Nein, sowas ist ethisch völlig abzulehen.
3. Das ist unethisches,
Bundestrainer 19.10.2012
sinnloses, mitleidloses Quälen von Tieren mit einem eben so nutzlosen wie vorhersehbaren Ergebnis. Was für eine erbärmliche Art der Forschung!
sinnloses, mitleidloses Quälen von Tieren mit einem eben so nutzlosen wie vorhersehbaren Ergebnis. Was für eine erbärmliche Art der Forschung!
4. Geschmacklose Einführung
dasklischee 19.10.2012
Ich will hier nicht den Hippy raushängen lassen, aber die Einführung ist schon perfide... Tierversuche sind bestimmt nichts worüber man "witzige" Sprüche machen braucht, schon garnicht bei solch zweifelhaften Studien.
Ich will hier nicht den Hippy raushängen lassen, aber die Einführung ist schon perfide... Tierversuche sind bestimmt nichts worüber man "witzige" Sprüche machen braucht, schon garnicht bei solch zweifelhaften Studien.
5. Unethisch...
con-trau 19.10.2012
Grossartig, wie wieder ueber "Sinn" und "Unsinn" und die Ethik debatiert wird. Unsinnig ist derart Grundlagenforschung nicht, gibt sie einem doch Hinweise darauf, wie sich bestimmte "Drogen" auf [...]
Grossartig, wie wieder ueber "Sinn" und "Unsinn" und die Ethik debatiert wird. Unsinnig ist derart Grundlagenforschung nicht, gibt sie einem doch Hinweise darauf, wie sich bestimmte "Drogen" auf Lernfaehigkeit etc. auswirken. Da Alkohol eine legale Droge ist, die relativ jungen (illegal noch juengeren), noch im Lernprozess befindlichen Menschen zur Verfuegung steht, hat es schon Relevanz herauszufinden wie sich Alkohol auf die Entwicklung/Lernfaehigkeit auswirkt. Sicherlich wuerden die Kritiker der Studie lieber reihenweise 16 Jaehrige abfuellen um diese dann mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen und basierend darauf evtl. Gesetzesaenderungen erlassen. Ich finde die Studie durchaus interessant und eine Begruendung ist sicherlich auch in dem paper zu finden. Einen Tierversuchsantrag fuer Forschungszwecke durchzubekommen ist darueber hinaus nicht ohne. Ein jeder kann jedoch in ein Zoogeschaeft gehen, sich einen Hamster kaufen und diesen Kindern als "Spielzeug" ueberlassen... da kraeht kein Hahn nach. Ich bin mir darueber hinaus sicher, dass es den Laborfinken deutlich besser geht als 99% unserer Nutztiere und vielen "Heimtieren"...
  • Datum: Donnerstag 18.10.2012 | 15:53 Uhr
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