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Obwohl täglich in nahezu jedem Haushalt Wasser zum Kochen gebracht wird, ist die Dynamik des Prozesses nicht abschließend erforscht. Sander Wildemann und seine Kollegen von der Universität Twente im niederländischen Enschede haben deshalb Flüssigkeiten in einem durchsichtigen Kocher erhitzt.
Um zu verhindern, dass das Glas beschlägt, verwendeten sie statt Wasser Ethanol. Auf einer Kochplatte brachten sie die Flüssigkeit bei geschlossenem Deckel auf 200 Grad Celsius, rund 120 Grad über dem Siedepunkt von Ethanol.
Zunächst entstehen immer mehr Bläschen. Das fördert die Wärmeverteilung, denn die Gasblasen reißen erwärmte Flüssigkeit mit nach oben. Sobald die Flüssigkeit aber überhitzt, bildet sich eine dünne Dampfschicht am Boden des Kochers, die den Wärmeaustausch behindert. Es entstehen immer weniger Blasen und die Flüssigkeit kocht ruhiger. Nur ab und zu gelangen einzelne Blasen an die Oberfläche.
"Die Aufnahmen zeigen, dass der Kochvorgang ein komplexes Phänomen ist, das viele verschiedene Mechanismen und Regeln vereint", sagt Wildeman. Das Ziel des Teams sei es, ihre Kenntnisse beispielsweise in energieeffizientere Kühlsysteme in Kernkraftwerken oder Turbinen einfließen zu lassen.
Joanna Carver
© New Scientist Deutschland GmbH
First published in New Scientist 0/2012,
Reed Business Information Ltd., England.
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