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    Video: Speckkäfer präparieren verwesenden Papageien



Verwesung Gefräßige Museumsmitarbeiter

Foto: McClave / Site-Eye Time-Lapse Films / Cooper / Natural History Museum

Papagei schmeckt wie Hühnchen? Diese Frage können Speckkäfer beantworten. Die Insekten sind in Museen als Putzkolone für Skelette im Einsatz.

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Der Tod steht ihm gut – dem Hellroten Ara (Ara macao). Denn zunächst bleibt das Gefieder des Papageien intakt, als fleischfressende Käfer den Kadaver verspeisen. Drei Wochen benötigen die Zweifarbig Behaarten Speckkäfer (Dermestes haemorrhoidalis), um den Vogel für eine Museumsausstellung zu präparieren und skelettieren. Gründlich nagen die Insekten die Fleischreste von seinen Knochen. Einige Federn musste der Papagei dabei dennoch lassen.

Das Video von Brian McClave von Site-Eye-Films ist unter der Mitarbeit von Joanne Cooper entstanden, Kuratorin für den Bereich Vögel im Naturhistorischen Museum im englischen Tring. Ein ähnlicher Vorgang findet tagtäglich in Museen auf der ganzen Welt statt. Denn die Larven des Speckkäfers sind gefräßige und beliebte Museumsmitarbeiter, die Tierskellette schonend freilegen. Chemikalien wie Wasserstoffperoxid, die Präparatoren unter anderem nutzen, um Knochen zu bleichen, machen das Skelett brüchig. Die Käferlarven hingegen erledigen ihre Feinarbeit, ohne Schäden an der Knochensubstanz zu versursachen. "Wir halten dafür seit 40 Jahren eine Käfer-Kolonie", verrät die Pressesprecherin des Museums, Claire Gilby.

Doch nicht überall sind die fleißigen Käfer beliebt. Die mit den Zweifarbig Behaarten Speckäfern verwandten Dornspeckkäfer (Dermestes maculatus), die Präparatoren für ihre Gründlickheit lieben, werden von der Seidenindustrie gefürchtet. Auch Geflügelzüchter kennen die Insekten eher als Plagegeist. Denn laut einer Studie aus dem Jahr 1992 knabbert die Käferart sogar lebende Truthähne an.

Damit die kleinen Krabbler keine Schäden im Museum anrichten, müssen die Knochen vor ihrem Weg in die Ausstellung gereinigt oder gar tiefgefroren werden. Das überlebt keine noch so gut versteckte Larve. Denn schon einzelne Tiere können teure und seltene Ausstellungstücke beschädigen, wenn sie sich nachts im Museum ungesehen ihren Käferbauch vollschlagen.

Weitere Videos über tierische Putzkolonnen finden Sie hier. Und: Wie Haie ein Schwein zerlegen.

Peter Gotzner

© New Scientist Deutschland GmbH
First published in New Scientist 0/2012,
Reed Business Information Ltd., England.

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  • Datum: Donnerstag 01.11.2012 | 00:00 Uhr
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