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Aber menschliche Wasserleichen sind so selten, dass für die kanadische Forensikerin Gail Anderson ein totes Schwein als Modell herhalten musste. Der Forscher von der Simon Fraser Universität in Burnaby ließ den Kadaver über 14 Tage hinweg verwesen.
Das Video zeigt einen im Ozean schwimmenden Schweinekadaver auf seinem Weg zum Knochenhaufen. Im Zeitraffer ist zu sehen, wie sich maritime Aasfresser über das Tier hermachen. Haie bleiben bei dem Fressgelage außen vor, auch ein Oktopus versucht vergeblich, ein Stück Schweinefleisch zu ergattern. Der Tierkadaver steckt nämlich in einem Metallkäfig, damit nur kleinere Aasfressern wie Meerläuse herankommen.
In Massen schlüpfen die Aasfresser über sämtliche Körperöffnungen ins Innere des Schweins und fressen es von Innen nach Außen auf. Sie sammeln sich sogar an den Gitterstäben, um Fresskonkurrenten wie Garnelen fernzuhalten.
"Am Ende des vierten Tages sind die Meerläuse weg und das Schwein auf seine Knochen reduziert", sagt Anderson. Den Garnelen bleibt nur noch das Skelett, von dem sie die letzten Knorpelreste knabbern.
Das Team holte daraufhin die Knochen für 48 Stunden aus dem Wasser. Überrascht zeigten sich die Forscher über die pechschwarze Färbung des Skeletts. "Das ist so noch nicht beobachtet worden", sagt Teammitglied Lynne Bell. "Kollegen von uns arbeiten daran, die an den Knochen gefundenen Mikroorganismen zu identifizieren, um die chemischen Prozesse besser zu verstehen."
Das Experiment mit den Schweinekadavern macht deutlich, dass die Zersetzung in Salzwasser von mehreren Faktoren abhängig ist, wie beispielsweise Wassertiefe und Jahreszeiten. "Immer wieder werden einzelne Menschenfüße in Joggingschuhen an unsere Küsten gespült", verrät Anderson. In das schaumstoffartige Materia eingeschlossene Luftblasen sorgen für ausreichend Auftrieb, so dass die Schuhe inklusive Fuß an die Wasseroberfläche treiben und nicht am Meeresgrund liegen bleiben. "Unsere Studie zeigt, wie es zu diesen abgetrennten Gliedmaßen kommt und dass sie zum Verwesungs-Prozess gehören."
pg / first published in New Scientist © 2012
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2012
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