• Home
  • >Tierwelt
  • >

    Video: Forscher filmen Pinguine bei ihrer Höchsleistungsjagd



Pinguine Jäger auf Hochtouren

Foto: DPA

Sie erlegen bis zu zwei Kleinkrebse pro Sekunde, etwa 250 in anderthalb Stunden. Die Adeliepinguine sind Hochleistungsjäger, nur selten entkommt ihnen ihre Beute.

Sie lesen New Scientist Deutschland.

Dies ist die Website des neuen wöchentlichen Wissensmagazins der SPIEGEL-Gruppe. Hier finden Sie spannende Neuigkeiten aus Wissenschaft und Technik, verblüffende Videos aus Forscherlaboren und kuriose Beobachtungen aus dem Alltag.

Für Adeliepinguine müssen antarktische Gewässer wie ein gedeckter Büfettisch wirken. Im Sekundentakt bedienen sich die flinken und geschickten Jäger kleiner Krebse und Fische. Wie effizient sie ihren Hunger stillen, haben die japanischen Forscher Yuuki Watanabe und Akinori Takahashi vom National Institute of Polar Resarch für eine Studie auf Video gebannt.

Auf dem Rücken der Vögel montierten die Wissenchaftler Kameras, die etwa anderthalb Stunden das Fangverhalten der Tiere filmten. Zusätzlich statteten sie die 14 Adeliepinguine (Pygoscelis adeliae) mit zwei Beschleunigungssensoren an Rücken und Kopf aus. So konnten Watanabe und Takahashi nicht nur festhalten, wie gekonnt die Jäger Fische und Krill fangen, sie konnten es auch anhand der Kopfbewegung messen.

Das Video zeigt einen Pinguin, der binnen Sekunden mehrere Tiere in einem Schwarm Krill erlegt. Die dunkle, regelmäßig in das Bild ragende Spitze, ist der Kopf des Pinguins auf dem deutlich der Beschleunigungsmesser zu erkennen ist.

Die japanischen Forscher kombinierten Lang- und Kurzzeitmessungen , um den Fangerfolg der Jäger zu präzisieren. Beschleunigungsmesser zeichnen indirekt erfolgreiche Jagdversuche auf. Ebenso wie die Bauchtemperatur oder sich öffnende Schnäbel. Diese Messgrößen sind aber fehleranfällig. Denn nicht immer wenn ein Pinguin den Kopf zur Seite reißt, seinen Schnabel öffnet oder einen kalten Bauch bekommt, verschlingt er gerade Beute. Er könnte sich auch einfach nur verschluckt haben. Der Videobeweis half Watanabe und Takeshi dabei, die Fehlalarme abzuschätzen und die Beschleunigungssensoren genauer zu eichen. Ihre Methode stellte sich als verlässlich heraus – solange die Vögel nicht am Meeresboden jagen und suchend mit ihren Köpfen kreisen.

Das Material der Forscher sorge aber nicht nur für präzisere Daten, sondern dokumentiere einige beeindruckende Szenen: Pinguine die innerhalb einer Sekunde gleich zwei Krille aus einem Schwarm fangen und verspeisen – und damit bis zu 244 der Krebstiere in anderthalb Stunden.

Stellten die Pinguine einmal ihrer Beute nach, war es schon fast um die kleinen Fische oder Krebse geschehen, nur selten entkommen sie den effizienten Jägern. In etwa 15 Stunden Videoaufnahmen von elf Pinguinen war keine einzige Jagd erfolglos. Das deutet darauf hin, dass die geübten Adeliepinguine sich über eine geringe Zahl sehr erfolgreicher Beutezüge ernähren.

Peter Gotzner

© New Scientist Deutschland GmbH 2013

Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der SPIEGEL-Gruppe.

Sagen Sie Ihre Meinung!
  • Datum: Donnerstag 24.01.2013 | 09:18 Uhr
  • Artikel drucken | Artikel versenden









Online-Angebote der SPIEGEL-Gruppe
SPIEGEL ONLINE
manager magazin
Harvard Business Manager
manager-lounge
einestages
Bleiben Sie in Verbindung mit New Scientist
Fan werden von New Scientist
New Scientist auf Twitter
RSS-Feed abonnieren