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    Video: Forscher bauen durch Explosionen springenden Silikon-Roboter



Robotik Hüpf, Robo, hüpf

Foto: Shepherd / Whitesides / Harvard University / Wiley

Explodierendes Silikon hüpft? Aber ja, sogar über 30 Zentimeter hoch. Aus flexiblen Materialien entwickeln Harvard-Forscher Roboter-Tentakel mit Gasantrieb.

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Es wirkt ein wenig als hätten amerikanische Chemiker der Universität Harvard einen Facehugger aus dem Film Alien mit einem Hüpfball gekreuzt. Denn unruhig springt das harmlose weiße Silikon-Etwas in einem Video der Wissenschaftler auf und ab, angetrieben von kleinen Methan-Sauerstoff-Explosionen. Die Tentakel werden durch wiederholte Gasexplosionen nicht schlagartig zerfetzt – nur etwas angesengt und halten so über 30 feurigen Sprüngen stand. Kleine Verpuffungen in einem innenliegenden Röhrensystem blasen das elastische Material in Sekundenbruchteilen auf. Die drei Arme biegen sich und der Silikon-Roboter springt als Ganzes in die Höhe.

"Harte Systeme" mit explodierendem Antrieb kennt jeder oder hat sie sogar täglich im Einsatz. Der Diesel-Motor beispielsweise treibt Millionen von Autos aus an. Doch die "weichen Systeme", die die US-Chemiker aus einem Silikon-Elastomer formen, sehen sehr viel exotischer aus und sind netter anzuschauen, als ein brummend startender Motor.

Leicht und vor allem kostengünstig ist die neue Roboter-Generation. Auf etwa 100 US-Dollar schätzen die Forscher um George Whitesides die Kosten für ein Exemplar ihres springenden Dreibeins. Damit gilt er als Wegwerf-Roboter. der im großen Stil bei Rettungs- und Suchmisssionen Hindernisse überspringen und Verletzte finden könnte. "Alle Anwendungen bei denen wir in den Tentakeln integrierbare Kameras zum Umsehen nutzen können, sind realistisch", sagt der Chemiker Whitesides. Unter anderem unterstützt das amerikanische Verteidigungsministerium die Wissenschaftler finanziell.

Die im Video dokumentierten Versuche zeigen, wie der der Roboter problemlos eine Sprunghöhe von 30 Zentimetern bewältigt, also das 30-fache seiner eigenen Höhe. Ohne die angeschlossenen Schläuche berechneten die Forscher, dass er sogar die 60-Zentimeter-Marke geknackt hätte. Ein energiereicheres Gasgemisch und vor allen besseres Timing beim elektrischen Zünden sind die nächsten Angriffspunkte der Wissenschaftler, um ihn noch leistungsfähiger zu machen. Auch die Sprungrichtung wollen sie noch steuern.

Peter Gotzner

© New Scientist Deutschland GmbH
First published in New Scientist 0/2012,
Reed Business Information Ltd., England.

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  • Datum: Donnerstag 01.11.2012 | 00:00 Uhr
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