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Wissenschaftler um Amir Amedi von der Hebrew University in Jerusalem arbeiteten dazu mit von Geburt an Blinden zusammen. Sie brachten ihnen bei, aus Tönen visuelle Informationen abzuleiten. Etwa 70 Stunden Training benötigten die Probanden, um eine breite Anzahl von Bildern beschreiben zu können.
Sie trugen eine kleine Kamera am Kopf, die mit einem Smartphone oder Computer verbunden war. Eine Sofware konvertierte die aufgenommenen Bilder in Töne und leitete sie über Kopfhörer an das Gehör weiter. Anhand von höheren und tieferen Tönen konnten die Blinden nicht nur einzelne Objekte, sondern auch deren Oberfläche vor ihrem inneren Auge nachbauen.
Das Video zeigt Blinde, die sich solche Geräusch-Beschreibungen anhören und dann ihren "Seheindruck" wiedergeben. Sie erkennen Gesichtsausdrücke wie ein Lächeln aber auch Häuser oder Frisuren.
Untersuchungen der Gehirnaktivität zeigten, dass das Sehzentrum der Probanden durch die Klanglandschaft stimuliert wurde. Spezialisierte Bereiche des Gehirns können für die Objekterkennung auch im späteren Lebensverlauf angeregt werden, selbst wenn sie vorher niemals normale visuelle Reize erhalten haben, sagen die Forscher.
Das Team plant nun sein System zu verbessern und komfortabler zu gestalten. Die Forscher wollen Musik nutzen, um Farben und den Standort von Objekten zu beschreiben. Eine beruhigende Klangfarbe soll den mental anstrengenden Prozess für die Zuhörer angenehmer machen.
pg / first published in New Scientist © 2012
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2012
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