Ökostrom-Umlage Deckel drauf

Strippenzieher am deutschen Stromnetz.
dapd

Strippenzieher am deutschen Stromnetz.

Der Energieexperte Felix Matthes hält eine Deckelung der Preisumlage für Strom aus erneuerbaren Energien letztlich für kontraproduktiv.

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Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Montag erklärt, die Umlage nun für zwei Jahre einfrieren zu wollen. Felix Matthes, Energieexperte des Öko-Instituts, kritisierte den Vorstoß scharf: "Ein schlecht überlegter Feuerwerkseffekt, der Unsicherheit in den Markt bringt - und an der Substanz der Probleme nur wenig verändert."

Diese Deckelung sei auch gar nicht nötig, urteilt Matthes. "Die Hälfte des aktuellen Anstiegs der EEG-Umlage geht auf das Konto von Einmaleffekten." Dafür gebe es drei Gründe: So habe es die Politik aus Feigheit versäumt, die Umlage bereits 2011 an die technischen Entwicklungen anzupassen; das musste nun ausgeglichen werden. Darüber hinaus habe man bei der Anpassung 2013 einen Sicherheitspuffer eingebaut und es würden viele Ausnahmeregelungen für die Industrie in Kraft treten.

Matthes verlangt stattdessen, das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) komplett zu überarbeiten, um die Kosten zu begrenzen. Für richtig hält er hingegen, dass der Minister dem zunehmenden Egoismus der Solarstromerzeuger den Kampf ansage. Diese würden angesichts der sinkenden Einspeisevergütung ihren Strom zunehmend selbst nutzen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.

Laut Cornelius Herstatt, Leiter des Instituts für Technologie- und Innovationsmanagement der Technischen Universität Harburg, gebe es bereits Systeme, um überschüssigen Strom im Haus zu speichern und bei Bedarf zu nutzen. Würden diese Selbstversorger nur noch dann aus dem öffentlichen Netz Strom beziehen, wenn ihr Verbrauch besonders hoch sei, könnte sich das negativ auf alle Stromkunden auswirken: "Mehr Autarkie kann dazu führen, dass die Strompreise weiter steigen", warnt Herstatt.

Der Artikel in der Digital-Ausgabe 7/2013.

Helmut Broeg

© New Scientist Deutschland GmbH 6/2013

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  • Datum: Donnerstag 31.01.2013 | 00:00 Uhr
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