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Eine selbst befüllende Wasserflasche will ein Unternehmen bis spätestens 2015 auf den Markt bringen. Zwischen einem halben und drei Litern Wasser pro Stunde, je nach Umweltbedingungen, soll die Flasche mit einer mikroskopisch optimierten Oberfläche der Luft entziehen können.
Die Gründer des Startups NBD Nano haben sich für ihre Entwicklung den Käfer Stenocara zum Vorbild genommen. Der klettert jeden Morgen in der Namib-Wüste auf seine Sanddüne, streckt sein Hinterteil in die Höhe und wartet, bis durch den vorbeiziehenden Nebel einige Tropfen Wasser auf seinem Panzer kondensieren. Sind die Tropfen auf seinem Rücken groß genug, kullern sie von allein in Richtung Mundöffnung.
Nach ersten Tests, entwickelt die Firma nun einen Prototypen, der die Oberflächenstruktur des Käferpanzers auf Nano-Ebene kopiert. Denn auf ein künstliches Material übertragen, verleihen die Noppen des Tieres der Flasche ihre magisch wirkende Fähigkeit. Wie der Zoologe Andrew Parker von der Universität Oxford schon 2001 in Nature zeigte, ist der Rückenpanzer des Käfers mit Wasser abweisenden Strukturen und Wachs überzogen. Die Spitze der kleinen Erhebungen ist jedoch frei davon. Es entsteht so eine abwechselnd Wasser abweisende und anziehende Oberfläche. Auf der kann sich Tau gut absetzen, aber auch über entsprechende Bahnen bis zur Mundöffnung abfließen.
Doch die Technik eignet sich nicht nur, um Marathonläufer oder in trockenen Gebieten operierende Militäreinheiten zu versorgen. Denn das Oberflächendesign könnte neben Zelten oder Dächern in trockenen Regionen auch Gewächshäuser zu wichtigen Trinkwasserlieferanten für Menschen und Pflanzen machen. Sogar selbstversorgende Luxusjachten wären denkbar, die energiesparend die Meeresluft zur Wassergewinnung nutzen. Groß genug wäre der in der Luft gespeicherte Vorrat an Nass dazu sicherlich, wie Firmenmitgründer Deckard Sorensen vorrechnet. Etwa 13 Billiarden Liter Wasser lägen in der Luft.
Peter Gotzner
© New Scientist Deutschland GmbH 49/2012
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