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Ein einsamer militärischer Außenposten ist ein schlechter Ort, um Geräte zu reparieren. Die Ersatzteile müssen aufwendig auf dem Luftweg geliefert oder über Land durch gefährliches Territorium gefahren werden. Es wäre ein strategischer Vorteil, wenn entlegene Einheiten sich während eines Einsatzes autonom mit Ersatzteilen und Energie versorgen könnten.
Im vergangenen Jahrzehnt hat sich das Militär stark verändert. Fortschritte in der Funktechnik, bei der GPS-Ortung und der Überwachung führten dazu, dass die US-Streitkräfte ihre Truppen heute ganz anders einsetzen, sagt Bob Charette vom Marine Corps Expedition Energy Office. Statt in großen Verbänden langsam durch feindliches Gelände zu marschieren, verteilen die Generäle ihre Soldaten heute auf kleine Stützpunkte, die das gesamte Kampfgebiet überziehen: Die Bandbreite reicht von Lagern mit mehreren hundert Personen bis hin zu kleinen Posten mit nur ein paar Handvoll Soldaten.
"Solche isolierten Lager bilden die Speerspitze", sagt Peter Newell, Leiter der schnellen Versorgungseinheit (REF) der US-Armee. Um dort die Versorgung zu vereinfachen, hat die REF drei Standardcontainer als mobile Werkstätten eingerichtet. Sie sind mit Plasma-Schneidgeräten und 3-D-Druckern ausgestattet, mit denen sich Bauteile aus Kunststoff oder Metall schneiden und herstellen lassen. Jede Werkstatt kostet 2,2 Millionen Euro. Die Container sind so ausgelegt, dass Hubschrauber sie überallhin fliegen können.
Soldaten tüfteln Prototypen aus
Im Juli schickte die REF einen ersten Werkstattcontainer per Schiff nach Afghanistan. Ein zweiter soll bald folgen. Damit können die Soldaten mit Hilfe der mitreisenden Spezialisten künftig technische Probleme vor Ort selbst lösen. "Jeder zehnte Soldat hat eine großartige Idee", sagt REF-Leiter Newell. Und nennt ein Beispiel: In Afghanistan herrschen Temperaturen von bis zu 54 Grad Celsius. Das zerstöre die Batterien von Geräten zur Minenortung. Mit Hilfe des 3-D-Druckers bauten sich einige Soldaten eine passgenaue Box, um die Batterien vor der Hitze zu schützen. Sie funktionierte so gut, dass auch andere Einheiten sie haben wollten. Das Werkstattteam sandte die Bauanleitung für die Box in die USA. Dort wurde sie daraufhin in großer Serie hergestellt und an andere Kampfeinheiten versandt.
"Das Militär neigt dazu, Dinge kostspielig zu machen."
Soldaten haben in der Werkstatt auch Ersatzteile für Roboter gedruckt und spezielle Haken entwickelt, um explosive Objekte zu entschärfen.
Seine Waffen selbst zu bauen stehe nicht auf dem Programm, sagt Newell, Reparaturen schon. Er kann sich vorstellen, dass die Truppen künftig auch komplexere Geräte vor Ort selbst entwickeln, Solarpanels zum Beispiel oder Batterien. Technisch ist das möglich, wie eine Studie ergab.
Laut Sherry Lassiter vom FabLab des Massachusetts Institute of Technology könnten die mobilen Werkstätten auch für Katastrophenhilfe zum Einsatz kommen - zum Beispiel um schnell und unkompliziert medizinische Ausrüstung oder Antennen zur Kommunikation zu bauen.
Lassiter und ihre Kollegin Nadya Peek vom FabLab sehen aber eine Schwachstelle: Die Rohstoffe für die modernen Allround-Geräte sind sehr teuer. Bei Hilfsmissionen, die sich Jahre hinziehen können, würde der Nachschub an Rohmaterial wahrscheinlich sehr teuer werden. "Das Militär neigt dazu, die Dinge kostspielig zu machen", sagt Peek.
Aus militärischer Sicht stehen den hohen Kosten viele Vorteile gegenüber: In Krisengebieten sind die Versorgungstransporte riskant und damit selbst sehr teuer. "Wir können die empfindliche Infrastruktur vor Ort damit nicht vollständig ersetzen", sagt Newell, "aber wir können unsere Einheiten von ihnen unabhängig machen."
Sara Reardon
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2012
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