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    Medizin: Lasertherapie soll gegen AMD helfen



Medizin Zwei Augen auf einen Strahl

Wie sieht's heute aus?
DPA

Wie sieht's heute aus?

Ein neues Laserverfahren soll künftig gegen die verbreitete Augenkrankheit AMD helfen.

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Jedes Jahr verlieren Millionen Menschen ihr Augenlicht durch die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Nun besteht Grund zur Hoffnung, dass Ärzte die Krankheit mit einem Laser behandeln könnten. Eine kürzlich abgeschlossene und noch unveröffentlichte Studie klingt verheißungsvoll - und rätselhaft. Denn die Forscher wissen nicht, warum die Behandlung wirkt. Und ihre Ergebnisse stellen die Lehrmeinung über die Krankheit in Frage.

Die altersbedingte Makuladegeneration ist die häufigste Ursache für Erblinden in den westlichen Industrienationen. Sie befällt die Macula lutea, den Punkt der Netzhaut mit der höchsten Dichte von Fotorezeptoren. Dort reißt sie eine klaffende Lücke in das Sichtfeld, die Betroffenen können kaum noch lesen oder Gesichter erkennen. Während sich die seltenere feuchte AMD mit Medikamenten bremsen lässt, gibt es für die häufigere trockene AMD keine Behandlung.

Der Sehverlust beginnt meist mit einer Anhäufung von Ablagerungen unter der Netzhaut. Normalerweise werden diese Drusen von den Zellen des Netzhautepithels beseitigt. Doch mit dem Alter fällt das den Zellen zunehmend schwerer, sie werden immer schlechter mit Sauerstoff versorgt und sterben ab - samt der Photorezeptoren.

Pilotstudie war erfolgreich

Bereits in den siebziger Jahren versuchten Mediziner erfolglos, den Verfall mit Hilfe einer Laserbehandlung zu stoppen. Allerdings nutzten sie damals Hochenergie-Laser, die Verbrennungen auf der Netzhaut zurückließen. Neue Modelle bieten ganz andere Möglichkeiten. 2010 behandelte die Augenärztin Robyn Guymer von der australischen University of Melbourne in einer Pilotstudie je ein Auge von 50 Freiwilligen, bei denen die Krankheit noch im Anfangsstadium war.

Die Mehrheit der Patienten profitierte von der Behandlung: Manche hatten weniger Drusen, andere konnten besser sehen, wieder andere zeigten beide Effekte. In Sehtests konnten einige Lichtstärkenunterschiede ausmachen, die sie zuvor nicht erkannt hatten. "Die Netzhaut ist genau an den besonders gefährdeten Stellen wieder empfindlicher geworden", sagt Guymer.

Aber warum profitiert die ohnehin angegriffene Netzhaut davon, wenn die Forscher sie mit dem Laser traktieren? Eine Theorie besagt, dass die Zellen so dicht gepackt sind, dass sie sich nie teilen können. Die vielen Nadelstiche des modernen Lasers töten einzelne Zellen, brechen die engen Bündel auf und ermöglichen so das Wachstum neuer Zellen.

Theoretisch ist eine Impfung möglich

Doch das kann nicht alles sein. Denn obwohl Guymer nur ein Auge behandelte, profitierten zu ihrer großen Überraschung beide Augen. Als Ursache vermutet sie eine Immunreaktion: Um das Auge vor Entzündungen zu schützen, liegt es normalerweise außerhalb des Immunradars. Wenn der Laser nun Wunden in die Netzhaut reißt, wird das Immunsystem aktiviert und erkennt fortan die Drusen als Feind. Theoretisch, sagt Guymer, wäre also auch eine AMD-Impfung denkbar.

Augenarzt Philip Rosenfeld vom Bascom Palmer Eye Institute im US-amerikanischen Miami hält diese Arbeitshypothese für plausibel: "Eine Stimulation des Immunsystems ist die wahrscheinlichste Erklärung." Seine Kollegin Emily Chew vom National Eye Institute in Bethesda reagiert verhaltener: "Kleine funktionale Änderungen sind nur schwer zu messen und zu wiederholen." Sie wolle Guymers Folgestudie an 300 Patienten abwarten: "Sollten sich auch da Effekte zeigen, wäre das sehr aufregend und interessant."

Michael Slezak

© New Scientist Deutschland GmbH 2013

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  • Datum: Mittwoch 30.01.2013 | 11:56 Uhr
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