• Home
  • >Technik
  • >

    Laserwaffen von Rheinmetall: Experten fordern Export-Kontrollen



Laserwaffe Star Wars aus Deutschland

Punktgenaue Zerstörung zeigt ihr Gesicht.
Rheinmetall Air Defence AG

Punktgenaue Zerstörung zeigt ihr Gesicht.

Rheinmetall hat eine neue Laserwaffe getestet. Experten fordern nun eine Kontrolle der Exporte für Hochenergielaser.

Sie lesen New Scientist Deutschland.

Dies ist die Website des neuen wöchentlichen Wissensmagazins der SPIEGEL-Gruppe. Hier finden Sie spannende Neuigkeiten aus Wissenschaft und Technik, verblüffende Videos aus Forscherlaboren und kuriose Beobachtungen aus dem Alltag.

Laserkanonen sind längst kein Privileg mehr von Darth Vader. Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall konnte zeigen, dass er mit Licht auch heute schon Dinge zerstören kann. Wie die Waffenschmiede erst kürzlich bekanntmachte, testete sie bereits im November auf einem Versuchsgelände in der Schweiz "vor hochkarätigem Fachpublikum" ein Hochenergielaser-System, das aus zwei Strahlenkanonen besteht: Eine mit 30 Kilowatt Leistung, die andere kommt auf 20 Kilowatt Beide Strahlen können gemeinsam auf ein Ziel feuern, um es mit der gebündelten Hitze zu zerstören.

Effektive Waffe.
Rheinmetall Air Defence AG

Effektive Waffe.

Bei der Demonstration zerschnitten die Kanonen einen 15 Millimeter dicken Stahlträger auf eine Entfernung von einem Kilometer. Auch gelang es dem Vernehmen nach, mehrere Drohnen auf eine Distanz von zwei Kilometern abzuschießen. Besonders stolz sind die Manager von Rheinmetall aber darauf, Mörsergranaten-Attrappen mit einem Durchmesser von rund acht Zentimetern und einer Geschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde anvisieren und zerstören zu können. Echte Granaten fliegen allerdings schneller.

Götz Neuneck, Experte für Laserwaffen vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, zweifelt daran, dass solch ein Laser auch unter echten Bedingungen problemlos funktioniert, "bei denen man es mit nicht-kooperativen Zielen sowie Regen, Schnee und Nebel zu tun hat". Bei der Rheinmetall-Waffe handelt es sich Experteneinschätzungen zufolge vermutlich um einen Faserlaser.

Die USA experimentieren bereits seit Jahrzehnten an solchen Laserwaffen. Es wird vermutet, dass auch Russland und China an dieser Technik forschen. Neuneck fordert daher, die Exporte von Hochenergielasern zu kontrollieren und ihre militärische Nutzung generell zu verbieten - ganz egal, ob die Technik heute schon gut funktioniert. Bereits seit 1995 haben die Vereinten Nationen den Einsatz von Blendlasern untersagt, die den Gegner dauerhaft blind machen sollen.

Denis Dilba

© New Scientist Deutschland GmbH 4/2013

Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der SPIEGEL-Gruppe.

Sagen Sie Ihre Meinung!
  • Datum: Freitag 18.01.2013 | 00:00 Uhr
  • Artikel drucken | Artikel versenden









Online-Angebote der SPIEGEL-Gruppe
SPIEGEL ONLINE
manager magazin
Harvard Business Manager
manager-lounge
einestages
Bleiben Sie in Verbindung mit New Scientist
Fan werden von New Scientist
New Scientist auf Twitter
RSS-Feed abonnieren