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Wenn Körperzellen sich unkontrolliert teilen, haben meist Schutzmechanismen des Erbguts versagt. Viele Krebsmedikamente greifen an diesem Defekt an, um Tumorzellen gezielt auszuschalten mit übersichtlichem Erfolg.
Umso erstaunlicher ist die Wirkung eines Antikörpers, der nicht neu, sondern selbst Protagonist einer Krankheit ist. Wie der Radiologe James Hansen von der Yale School of Medicine entdeckt hat, können Antikörper von Lupus-Patienten bestimmte Tumorzellen ausschalten oder zumindest empfindlicher für Therapien machen (Science Translational Medicine, DOI: 10.1126/scitranslmed.3004385).
Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich mit diversen Antikörper gegen das eigene Gewebe richtet. Einer dieser Antikörper, 3E10, dringt in Zellen ein und bindet an deren DNA. Er blockiert so einen Reparaturmechanismus, der essentiell für ihr Überleben ist, und wird deshalb als Vehikel für Medikamente getestet etwa gegen Krebs. Als Hansen 3E10 bei Mäusen testete, stellte er fest, dass der Antikörper Krebszellen mit einem bestimmten defekten Krebsgen, das bei Brust-, Eierstock- oder Prostatakrebs eine Rolle spielt, ganz allein ausschalten kann. Gesunde Zellen wurden nicht angegriffen.
Der Onkologe James Ford von der Stanford University sagt, dass 3E10 schon bald an Krebspatienten getestet werden könne: Klinische Impfstudien zur Behandlung von SLE haben die Sicherheit des Antikörpers bereits bestätigt.
Alina Schadwinkel
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2012
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