Hirnforschung Mit leichten Schlägen zu guten Mathenoten

Foto: New Scientist

Wäre das nicht komfortabel: Einen Hut aufsetzen, den Computer anschalten, anfangen zu daddeln und schon verbessern sich die eigenen Mathe-Fähigkeiten?

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Wissenschaftler um Roi Cohen Kadosh von der Univeristät Oxford haben einen Aufbau entwickelt, der laut ersten Versuchen viele gestresste Schüler genau darauf hoffen lassen könnte. Nach nur zwei Tagen Training mit einem Computerspiel, einer elektrischen Haube, die bestimmte Hirnregionen stimulierte und dem Bewegungssensor Kinect verbesserten sich bei Probanden die mathematischen Fähigkeiten. Doch die Forscher wollen mit ihrer Entwicklung nicht das mathematische "Dopen" Normalbegabter fördern, sondern die Behandlung von Rechenschwächen wie Dyskalkulie möglich machen.

Das Video zeigt die Redakeurin Sally Adee des britischen New Scientist, die sie sich als Testperson zur Verfügung gestellt hat. Sie trägt eine kabellose Kappe, die das Gehirn mit elektrischen Impulsen stimuliert, die der Proband nicht spürt. Mit ihrer Bewegung und einer Fernbedienung muss sie auf einer Skala verschiedene Brüche abschätzen – zunächst ohne "elektrische Hilfe". Im zweiten Durchlauf ist die Haube aktiv und unterstützt ihr Gehirn.

Ein Computer steuert die Länge der Stromimpulse, und schickt sie in verschiedene Teile des Gehirns. In dem gefilmten Test beschränken sich die Wissenschaftler auf den Parietalcortex, den zentralen Teil des Großhirns. "Die Region spielt beim numerischen Verständnis eine Rolle," sagt Cohen Kadosh. "Eine Anregung dieser Region sollte zu besseren Leistungen führen."

Die Forscher haben in einer früheren Studie gezeigt, dass die Gehirnstimulation bei Erwachsenen half, die mathematischen Fähigkeiten zu verbessern, während sie an einem Computer Aufgaben lösten. Die Forscher konnten den Effekt sogar noch sechs Monate später nachweisbar.

Die neue Kinect-Methode hält Cohen Kadosh für ein vielversprechendes Trainigsprogramm, denn sie mache Spaß und das Prinzip sei fesselnd. Das "Spiel" beinhalte sogar gleich drei Komponenten, die sich auf die mathematischen Fähigkeiten auswirkten: Das Verständnis von Zahlen, das Erkennen von räumlichen Zusammenhängen aus visuellen Informationen und ihre körperlich Darstellung.

Das Team untersucht nun, wie das System die verschiedenen Gehirnfunktionen verbessert. Dabei steht vor allem das Erinnerungsvermögen im Fokus.

pg / first published New Scientist 2012©

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  • Datum: Dienstag 20.11.2012 | 16:17 Uhr
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