Dies ist die Website des neuen wöchentlichen Wissensmagazins der SPIEGEL-Gruppe. Hier finden Sie spannende Neuigkeiten aus Wissenschaft und Technik, verblüffende Videos aus Forscherlaboren und kuriose Beobachtungen aus dem Alltag.
Um die kleinen Explosionen in Zeitlupe festzuhalten, füllten Thomas Séon und seine Kollegen vom French National Centre for Scientific Research (CNRS) in Paris einen Tank mit zähflüssigem Zuckersirup. Unter die Oberfläche des Sirups spritzen sie Luft, so dass sich verhältnismäßig große Blasen mit einigen Zentimetern Durchmesser bildeten, aus denen dann blitzschnell ein Flüssigkeitsstrahl herausschoss. Fließt die Luft schnell genug, sticht sie wie eine Nadel die Blase von innen auf und spritzt hoch über das Gefäß hinaus.
Laut dem Team steckt hinter dem Mechanismus die Gravitationskraft. Es ist nicht die Teilung der Blase dafür verantwortlich, wie bislang angenommen. Vielmehr ist die Geschwindigkeit des Strahl von der Höhe der Blase abhängig: Aus einer hohen Blase schießt ein schneller Strahl der Flüssigkeit. Die Viskosität spielt ebenfalls eine Rolle.
Laut Séon ist das Ziel der Forschergruppe, Blasenbildung besser beschreiben zu können. "Wenn du Blasen verstehst und mit ihnen spielen kannst, dann kannst du sie auch loswerden", sagt er. Das Team stellt seine Arbeit auf der Konferenz der American Physical Society's Division of Fluid Dynamics in San Diego vom 17. bis 20. November vor.
pg / first published in New Scientist © 2012
© New Scientist Deutschland GmbH
2012
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der SPIEGEL-Gruppe.