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    Höhlenmalerei: Prähistorische Künstler malten erste Schattentheater



Höhlenmalerei Prähistorisches Kino

Foto: Marc Azéma

Höhlenmalerei Scharrende Pferde, rennende Ziegen und bedrohliche Biester im Schattentheater: Bereits unsere Vorfahren wussten Bilder wirksam in Szene zu setzen.

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In den heutigen Lehrbüchern beginnt die Geschichte des Kinos im Jahr 1895 im Grand Café in Paris, mit der ersten Filmvorführung aller Zeiten. Vielleicht muss diese Geschichte umgeschrieben werden. Denn in den vergangenen Jahren haben gleich mehrere Prähistoriker behauptet, die Höhlenbewohner von einst hätten schon die ersten Formen des Showgeschäfts erfunden.

Das Video zeigt Analysen eines Paläoanthropologen an der Universität Aix-Marseille, Marc Azéma. Mit Hilfe einer Bildschleife aus einer 15.000 Jahre alten Höhlenmalerei mit Tierdarstellungen, zeigte er, dass bereits frühe Künstler es verstanden Bewegungen einzufangen.

Als er die phantastischen Werke in Höhlen studierte, fielen Azéma die übereinandergelagerten Mehrfachdarstellungen vieler Tiere auf. So besitzt etwa ein in der Höhle von La Marche gemaltes Pferd fünf Köpfe, zwei Schwänze und mindestens sechs Vorderbeine. Unter dem Körper einer Ziege, die in den Fels der Höhle Abri du Colombier gemeißelt ist, verschwimmen die Konturen unzähliger Beine zu einem undeutlichen Ganzen.

Die prähistorischen Künstler dokumentierten so die komplexen Bewegungen der Tiere. Es entstanden Bildergeschichten. Das Pferd von La Marche beispielsweise scharrt mit den Hufen auf dem Boden, wirft dabei seinen Kopf hoch, senkt ihn wieder und schlägt mit dem Schweif. Ähnliches gilt für die Ziege: Ihre Beine sind nicht, wie zuerst vermutet, aufgrund zahlreicher Zeichenversuche verschwommen, sondern weil die Ziege rennt.

Der New Yorker Experte für prähistorische Gegenstände Florent Rivère fand einen weiteren Anhaltspunkt für die Fähigkeiten der prähistorischen Höhlenbewohner Bewegungen einzufangen: eine 15.000 Jahre alte kleine Knochenscheibe, die aus dem Schulterblatt einer Kuh gemeißelt wurde. Auf der einen Seite ist eine Hirschkuh mit geknickten Gliedmaßen zu sehen, auf der anderen Seite steht sie. Als er ein Stück Schnur durch die Öffnung in der Mitte führte und die Scheibe rotieren ließ, war die Wirkung dieselbe wie bei einem Thaumatrop, einer optischen Täuschung, bei der zwei Seiten einer Pappscheibe zu einer verschmelzen, oder einem modernen Daumenkino: Die Hirschkuh sinkt im Bruchteil einer Sekunde auf die Beine und erhebt sich wieder.

Mehr zu ersten prähistorischen Bildergeschichten und Daumenkinos lesen Sie in der Weihnachtsausgabe des New Scientist.

Catherine Brahic / pg

© New Scientist Deutschland GmbH 52/2012

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  • Datum: Freitag 21.12.2012 | 00:00 Uhr
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