In einem Fließkanal mit glatten Wänden, also unter Laborbedingungen, müssen auch Bachforellen permanent gegen die Strömung anschwimmen. In einem natürlichen Fließgewässer hingegen gibt es Strukturen, die die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers an bestimmten Stellen bis auf null Meter pro Sekunde reduzieren oder sogar umkehren: Kiesig-steiniger Gewässergrund beispielsweise sorgt dafür, dass sich das Tempo der Strömung zum Grund eines Flusses hin verringert größere Steine oder Brückenpfeiler erzeugen Wirbel und kehren die Strömungsrichtung teilweise um.
Diese für den Beobachter kaum auszumachenden Strömungsschatten und kleinste Rückströmungen suchen und finden die Bachforellen wie auch andere Fischarten mit Hilfe ihres Seitenlinienorgans. Sie halten sich dort auf, um beim Schwimmen so wenig Energie wie möglich zu verschwenden.
Dabei kommt ihnen vor allem ihr torpedoförmiger Körperbau und die mit einer feinen Schleimschicht überzogene äußerst glatte Haut zugute, die den Strömungswiderstand der Forelle auf ein Minimum reduzieren. Eine gewisse Rolle beim energiesparenden Schwimmen spielen zudem die Brustflossen: Die Forelle kann das Flossenpaar so stellen wie die Tragflächen von Flugzeugen bei der Landung. Dadurch wird eine gewisse Abtriebskraft und somit eine Bodenhaftung erzeugt.
Auf diese Weise schaffen die Bachforellen das Kunststück, in teils äußerst schnell strömenden Gewässern absolut bewegungslos und fast so lange sie wollen ohne einen nennenswert hohen Aufwand an Energie an einer Stelle zu verharren.
Max Pöchhacker, Linz, Österreich:
Ich gehe davon aus, dass sich die Bachforellen im Auge von Wasserwirbeln aufhalten, die sich hinter Strömungshindernissen in Flüssen bilden. Auf der einen Seite kommt dabei die Strömung von vorn, und auf der anderen Seite der Forelle bewegt sie sich gegenläufig.
Die Forelle kann an dieser Stelle bequem abwarten, bis ihr das Strömungsförderband einen leckeren Happen direkt vors Maul spült.
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