Dies ist die Website des neuen wöchentlichen Wissensmagazins der SPIEGEL-Gruppe. Hier finden Sie spannende Neuigkeiten aus Wissenschaft und Technik, verblüffende Videos aus Forscherlaboren und kuriose Beobachtungen aus dem Alltag.
Mirko Kraus, Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Hanau:
Winterreifen bedeutet nicht nur Schneereifen. Der große Unterschied zwischen Sommer- und Winterreifen liegt in unterschiedlicher Laufflächenmischung des Gummis und anderer Profilgestaltung.
Sommerreifen sind auf die klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa von Mai bis Oktober abgestimmt. Moderne Winterreifen haben dagegen eine thermoelastische Laufflächenmischung, die bei kalten Temperaturen griffig bleibt und damit für einen besseren Kontakt zur Straße sorgt. Die Aufstandsfläche des Reifens bleibt auch bei Kälte elastisch und passt sich der Oberflächenstruktur der Straße besser an.
Möglich wird dies durch bestimmte Stoffe in der Laufflächenmischung: die Silica. Dabei handelt es sich um Salze verschiedener Sauerstoffsäuren des Halbmetalls Silizium, auch Kieselsäuren genannt.
Vor allem der Nassgrip ließ sich durch Silica-Mischungen erheblich verbessern. Dadurch fährt es sich im Winter sicherer: Bei einer Temperatur von null Grad Celsius und einer Geschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde auf nasser Fahrbahn beispielsweise ist der Bremsweg eines Sommerreifens 5,40 Meter länger als der eines Winterreifens. Auf Schnee und bei Tempo 80 kommt ein Auto mit Sommerreifen gleich mehr als 40 Meter später zum Stillstand als ein Fahrzeug mit Winterreifen.
Schicken Sie uns Ihre Fragen! Ihre Zuschriften erreichen uns entweder direkt über Facebook oder via Mail an gute_frage@new-scientist.de.
Alle Guten Fragen unserer Leser finden Sie hier.
© New Scientist Deutschland GmbH 4/2013
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigung nur mit Erlaubnis der SPIEGEL-Gruppe.