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    Gute Frage: Warum sind Krododile auch ohne Muskeltraining stark?



Gute Frage Muskeln ohne Training

Ich bin stark - ohne Bankdrücken.
Zoo Leipzig

Ich bin stark - ohne Bankdrücken.

Wie kann es sein, dass Tiere wie Gorillas und Alligatoren stark bleiben, obwohl sie ihre Kraft kaum einsetzen? Alligatoren etwa fressen äußerst selten, nutzen ihre Stärke nur gelegentlich, um Beute zu machen. Warum bauen sie keine Muskelmasse ab, während sie faul herumliegen? Menschen müssen regelmäßig trainieren, um ihre Muskeln zu erhalten.

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Ruben Holland und Fabian Schmidt, Zoo Leipzig:

Jedes Tier hat genau den Muskelaufbau, den es zum Überleben benötigt. Unter den Tieren gibt es daher keine Bodybuilder, die sich ihre Muskeln durch zusätzliche Bewegung noch vergrößern. Auch normale Menschen haben nur die Muskeln, die für alltägliche Bewegungen erforderlich sind. Tiere verbrauchen generell so wenig Energie wie möglich, sie trainieren nicht, um fit zu bleiben. Sie bewegen sich nur, wenn ein triftiger Grund dazu vorliegt. Aus tierischer Sicht ist das Trainieren, das viele Menschen eifrig betreiben, also eine abartige Verhaltensweise, weil es eine Verschwendung von Energie darstellt. Zudem verschwinden Muskeln auch nicht einfach, wenn sie nicht genutzt werden, sondern werden nur schwächer. Muskeln, die nie bewegt werden, sind aus evolutionärer Sichtweise natürlich auch unnütz und können im Laufe der Jahrtausende bei einzelnen Tieren verschwinden. Ein Mensch setzt also den Großteil seiner Muskeln regelmäßig ein; diese behalten so ihre Form und Stärke bei. Die Aufgabe der Kuratoren und Pfleger im Zoo ist es, die Tiere so zu halten, dass sie immer wieder in Situationen kommen, in denen sie natürliche Verhaltensmuster zeigen und so ihre Muskeln auch einsetzen können.

Hilton Selvey, Mooloolah, Queensland, Australien:

Gorillas und Alligatoren trainieren durchaus viel. Gorillas sind Knöchelläufer, sie setzen ihre Arme also die ganze Zeit ein. Außerdem klettern die Tiere auf Bäume, brechen Zweige ab und zerreißen Pflanzen, um sie zu fressen. Darüber hinaus bauen sie sich jede Nacht ein Nest aus Zweigen. Auch die Chefs, die Silberrücken, sind ständig in Bewegung: Sie halten das Rudel zusammen, warnen Tag und Nacht vor Raubtieren und sorgen dafür, dass die jungen Männchen spuren. Im Alter verlieren die Riesenaffen Muskelmasse und werden schwächer, bis ein jüngerer Gorilla sie zuletzt ersetzt und aus dem Rudel vertreibt. Ab diesem Moment verlieren sie weiter an Kraft, bis sie an Altersschwäche sterben. Auch Alligatoren und Krokodile sind viel unterwegs und keinesfalls untrainiert: Sie leben von Beute, die sie erst einmal fangen müssen. Salzwasserkrokodile legen auf der Suche nach Nahrung weite Strecken schwimmend und tauchend zurück. Daher gehe ich davon aus, dass die Vorstellung der faulen Kraftprotze, wie sie die Frage nahelegt, einfach falsch ist.

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  • Datum: Freitag 14.12.2012 | 00:00 Uhr
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