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Hans-Günther Bauer, Max-Planck-Institut für Ornithologie , Vogelwarte Radolfzell:
Es ist keineswegs sicher, ob das beobachtete Weibchen die Veränderungen in der Folge des Todes ihres Partners durchlief oder aber nur eine altersbedingte hormonelle Umsteuerung durchgemacht hat. Vielleicht ist die Veränderung ja nur deshalb aufgefallen, weil die Beobachtungen zwangsläufig auf das verbliebene Tier konzentriert wurden.
Die Zunahme von Männchenmerkmalen als Alterserscheinung (oder aufgrund von Hormonstörungen) bei Weibchen ist bei Enten, Hühnern und Singvögeln jedenfalls schon des Öfteren beschrieben worden. Treffend wurde der Zustand im Deutschen mit dem Wort Hahnenfedrigkeit belegt. Das Phänomen wird im Freiland möglicherweise eher übersehen. In größeren Ansammlungen von Vögeln können sich jedoch mitunter eine ganze Reihe von Weibchen befinden, die einzelne Männchenmerkmale aufweisen oder den Männchen sogar sehr ähnlich sind (belegt ist das beispielsweise bei der Spießente). Hahnenfedrigkeit tritt offenbar am häufigsten auf, wenn die Rinde des Eierstocks kein oder weniger weibliches Geschlechtshormon Östrogen produziert. Dies hemmt normalerweise die männliche Gefiederfärbung. Dennoch können manche hahnenfedrigen Weibchen durchaus noch erfolgreich brüten wie beispielsweise der Gartenrotschwanz in der Schweiz.
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Diese Frage hat Bernd Enke aus Detmold gestellt.
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