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Dr. med. Bernd Hartmann, Chefarzt, Berliner Unfallkrankenhaus:
Brandwunden treten häufig auf, daher existieren eine Vielzahl von mehr oder weniger unsinnigen Hausmitteln. Um die Frage vorab klar zu beantworten: Sie sollten auf keinen Fall Hühnereiweiß auf Brandwunden auftragen! Eiweiße können Allergien auslösen und dadurch im Kontakt mit der offenen Wundfläche äußerst schädlich sein. Zudem befinden sich auf der Eierschale oft Bakterien, die beim Aufbrechen unweigerlich mit dem Inhalt in Kontakt kommen. Daraus können sich gefährliche Wundinfektionen ergeben.
Ich möchte deshalb hier eine sinnvolle Behandlung von Brandwunden vorstellen. In Abhängigkeit von Größe, Ort und Tiefe der Verletzung sollten Sie sich bei Brandwunden generell in ärztliche Behandlung begeben. Nur äußerst kleine und oberflächliche Verbrennungen können Sie selbst therapieren, etwa mit nichtanhaftenden Verbänden auf Silikonbasis sowie antimikrobiellen Gelen.
Solche Verbände können Sie, nachdem Sie die Wunde gereinigt haben, aufbringen und sollten sie in der Regel für einige Tage tragen. Bei oberflächlichen (2a-gradigen) Verbrennungen, die am geröteten gutdurchbluteten Wundgrund zu erkennen sind, kommt es innerhalb von 8 bis 14 Tagen zu einer kompletten Heilung der Haut. In dieser Phase sollten Sie den Verband nur selten erneuern. Tägliche Wechsel, die mit einem Abreißen des Verbands einhergehen, sind schädlich.
Tiefere Wunden mit einer verzögerten Heilung (länger als 14 Tage) sowie infizierte Wunden sollten Sie auf jeden Fall ärztlich behandeln lassen. Tiefere oder großflächigere Verbrennungen, die die Selbstheilung des Körpers lokal überfordern, müssen in jedem Fall mit Hilfe von operativen Verfahren, beispielsweise der Hautsprüh- beziehungsweise der Spalthauttransplantation behandelt werden.
Am Ende noch ein Tipp zur Erstbehandlung: Kleinere Brandwunden dürfen und können Sie kurzfristig mit Leitungswasser kühlen. Danach sollten Sie, wie bereits beschrieben, einen nichthaftenden Verband anlegen, der die Wunde vor Infektionen schützt.
Alle bekannten Hausmittel wie Mehl, Zahnpasta, Öl oder eben auch das Hühnereiweiß dürfen nicht auf Brandwunden aufgetragen werden.
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Diese Frage hat Christine Slepak aus Los Angeles gestellt.
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