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Siegfried Fink, Inhaber der Professur für Forstbotanik an der Universität Freiburg
Bäume bilden außen am Stamm eine Rinde und eine Borke. Die Rinde ist der lebendige Teil, die Borke der tote, der dem Schutz dient. Bei diesem Bergahorn ist die Borke teilweise abgeblättert das ist wahrscheinlich durch einen Steinschlag oder eine Lawine passiert, die in den Bergen häufig vorkommen.
Die jetzt darunter sichtbar gewordenen Kreise entstehen beim Wachstum des Baumes. Es handelt sich um die Innenseiten von Borkenschuppen, die man normalerweise nicht sieht. Sie bilden sich über viele Jahre, weil dünne Korkschichten aus der Rinde durch spezielle Gewebe, die Innenperiderme, aus der Rinde herausgetrennt werden. Durch das Dickenwachstum des Baumes nimmt auch der Umfang der Rinde und der Borke jährlich zu; dadurch kommt Schicht für Schicht dazu, und so entsteht die kreisförmige Struktur.
Möglicherweise standen im Zentrum dieser Kreise auch noch schlafende Knospen, die bei großer Häufung gelegentlich zu einer speziellen Struktur, dem Vogelaugen-ahorn, führen. Dass die Kreise eine Abwehrreaktion auf den Borkenkäfer sind, ist eher unwahrscheinlich. Diese Käfer befallen hauptsächlich Nadelbäume, dadurch stirbt das Gewebe oder der ganze Baum, aber es gibt keine kreisförmigen Abwehrreaktionen in der Borke.
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