Elementarteilchen Das Ende der Supersymmetrie?

Der LHC - nicht nur scharf auf Higgs-Bosonen.
dapd

Der LHC - nicht nur scharf auf Higgs-Bosonen.

Das Higgs-Teilchen wird meist im gleichen Atemzug mit dem Large Hadron Collider (LHC) des Cern erwähnt. Erkenntnisse zu einem anderen Teilchen, dem Bs-Meson, könnte nun das Weltbild der Physiker auf den Kopf stellen.

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Es ist die vermutlich wichtigste Entdeckung am , abgesehen vom Nachweis des Higgs-Teilchens. Die Wissenschaftler waren dennoch fast unter sich, als sie am 13. November im Auditorium des Forschungszentrums Cern in Genf feierten: Zum ersten Mal konnte der Zerfall von Bs-Mesonen in jeweils zwei Myonen registriert werden. Die Messungen fanden am LHCb-Experiment statt, einem von sechs Detektoren des größten Teilchenbeschleunigers der Welt. Obwohl die beteiligten Elementarteilchen nur kurz existieren, ist ihre Reaktion zentral für das Weltbild der Physiker – und möglicherweise der Sargnagel für die vieldiskutierte (Susy).

Lediglich fünf Zerfälle bei einer Menge von knapp zwei Milliarden Bs-Mesonen konnten die Forscher messen. Der Zerfall ist deshalb so selten, weil er nicht direkt verläuft, sondern vom Bs-Meson ausgehend über Zwischenstufen hin zu den beiden Myonen. Dabei dürfen die in einem Zwischenschritt abgestrahlten W-Bosonen nicht in irgendeine Richtung fortfliegen. Sie müssen sich wieder am Ausgangsort begegnen und dort neue Teilchenreaktionen auslösen.

Das Verhältnis von registrierten Zerfällen zur Ausgangsmenge an Bs-Mesonen gibt die Zerfallswahrscheinlichkeit der neuen Reaktion an. Ihr Wert von eins zu dreihundert Millionen stimmt sehr gut überein mit dem Standardmodell der Teilchenphysik, das die Bausteine der Materie und drei der vier Grundkräfte unserer Welt beschreibt.

Diese Ergebnisse werten die Cern-Forscher als wichtigen Erfolg. Allerdings ist die geringe Zerfallsquote ein heftiger Schlag für alle Anhänger der Theorie der Supersymmetrie. "Zumindest für die meisten Modelle der Supersymmetrie wird es jetzt sehr schwer ", urteilt und Sprecher der deutschen LHCb-Forscher.

Das enttäuscht viele Physiker, denn die Susy hätte vielleicht einen großen Nachteil des Standardmodells behoben. Es sagt nämlich rein gar nichts aus über die Dunkle Materie, die etwa 85 Prozent der Masse des Universums ausmacht. Sie konnte bislang nicht direkt beobachtet werden und verrät sich allein durch ihre Gravitationskraft, die die normale Materie im Kosmos beeinflusst.

Die Susy-Theorie sagt nun für alle Elementarteilchen im Standardmodell supersymmetrische Partner voraus. Eines dieser Susy-Teilchen wird als Baustein der Dunklen Materie heiß diskutiert. Das Problem: "Mit solchen supersymmetrischen Teilchen würde man eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit für den Zerfall von Bs-Mesonen in zwei Myonen erwarten, als wir jetzt gemessen haben", sagt Uwer. Grob gesprochen gäbe es mit der durch Supersymmetrie erhöhten Zahl von Elementarteilchen einfach mehr Möglichkeiten, die Reaktionsschleifen für den Zerfall zu realisieren.

Dies bedeutet das Aus für die meisten Varianten der Susy-Theorien. Nur solche, die den Einfluss der supersymmetrischen Teilchen auf den Bs-Zerfall stark reduzieren würden, hätten noch eine Chance. Das wäre für jene Theorien der Fall, die ein extrem schweres Susy-Teilchen des Higgs-Bosons vorschlagen. Es bleibt also ein Hoffnungsschimmer für die Freunde der Symmetrie

Wolfgang Richter

© New Scientist Deutschland GmbH 47/2012

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insgesamt 6 Beiträge
1. Aha,
crocodil 19.11.2012
mal wieder was Neues von CERN- Was soll dieses ganze blah blah , sollten sich lieber mal darum kümmern, wie man eine gezielte Kernfusion erhält. Aber diese "Erfolge" werden ja einfach benötigt, um weitere Millionen vom [...]
mal wieder was Neues von CERN- Was soll dieses ganze blah blah , sollten sich lieber mal darum kümmern, wie man eine gezielte Kernfusion erhält. Aber diese "Erfolge" werden ja einfach benötigt, um weitere Millionen vom Staat zu erhalten und zu verbrennen.
2. ...
raly 19.11.2012
Na da werden sich aber einige gehoerig ärgern... Aber machen sie sich keine Sorge Susy wird angepasst ;)
Na da werden sich aber einige gehoerig ärgern... Aber machen sie sich keine Sorge Susy wird angepasst ;)
3. ...
raly 19.11.2012
@crocodi Ach nun kommen sie mal runter: Die Arbeit, die in Cern geleistet wird, ist aussergewoehnlich. Vielleicht sind sie kein neugieriger Mensch, ich jedoch bin es und ich will wissen was unsere Welt im innersten zusammenhaelt. [...]
@crocodi Ach nun kommen sie mal runter: Die Arbeit, die in Cern geleistet wird, ist aussergewoehnlich. Vielleicht sind sie kein neugieriger Mensch, ich jedoch bin es und ich will wissen was unsere Welt im innersten zusammenhaelt. Das Geld, das dorthin geht ist nicht verschwendet, es ist ausgezeichnet angelegt. Das sind hochintelligente Menschen, die im Vergleich zu anderen Jobs wenig verdienen und die ihren Job immer von der eigenen Neugier getrieben dem Wissen der Menschheit widmen. Und wenn sie auch Milliarden benoetigen, ich haette kein Problem es ihnen zu geben!
4. Falsches Bild...
Lariel 19.11.2012
Na da werden sich die Leute von LHCb aber freuen, wenn ein Bild vom CMS genommen wird... Auch wenn beides Experimente am LHC sind, ist das nicht das gleiche...
Na da werden sich die Leute von LHCb aber freuen, wenn ein Bild vom CMS genommen wird... Auch wenn beides Experimente am LHC sind, ist das nicht das gleiche...
5. Oh Mann, ...
ivo2012 19.11.2012
...zum Glück hat mein kleingeistiger Vorkommentator nichts zu sagen! Wie kann man nur "Millionen vom Staat" und "grundsätzliche Erkenntnisse über den Aufbau, die Wirkungsweise und den Grund der Existenz des [...]
...zum Glück hat mein kleingeistiger Vorkommentator nichts zu sagen! Wie kann man nur "Millionen vom Staat" und "grundsätzliche Erkenntnisse über den Aufbau, die Wirkungsweise und den Grund der Existenz des Universums" in einen Kontext packen? Übrigens wird für die Erforschung dauerhaft praktikabler Kernfusion schon längst am ITER gebaut! (Und "gezielte Kernfusionen" finden in allen Wasserstoffbomben und modernen A-Bomben ab - unkontrolliert, ABER gezielt!^^) Am CERN erfahren wir von Kräften und Teilchen, die jenseits der Kernfusion liegen!
  • Datum: Montag 19.11.2012 | 14:36 Uhr
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