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Der Berliner Soziologe und Jugendforscher Klaus Hurrelmann wendet sich gegen Pauschalisierungen bei der Einschätzung jugendlicher Trinkgewohnheiten. In unserer aktuellen Ausgabe (Erscheinungstermin: 22. Februar 2013) erklärt der langjährige Leiter der Shell-Jugendstudie: "Insgesamt gehen Jugendliche heute viel disziplinierter und vorsichtiger mit Alkohol um als vor 20 Jahren. Soviel Abstinenz war noch nie!"
Hurrelmann weist aber darauf hin, dass eine kleine Gruppe Jugendlicher mehr trinke als je zuvor. "Unter ihnen kommt es immer häufiger zu echten Vergiftungen." Dabei falle auf, dass dieser Alkoholmissbrauch besser gebildete Schichten erfasse als früher: "Junge Trinker haben immer häufiger Abitur oder sind kurz davor." Der Wissenschaftler fordert daher eine Präventionspolitik, die auf die besonderen Probleme der heutigen Jugend eingeht anstatt abzuschrecken. "Verteufelung macht neugierig!"
Neuen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge wird wirksame Alkoholprävention immer wichtiger. Der Missbrauch von Alkohol ist mittlerweile die dritthäufigste Krankheitsursache weltweit.
Außerdem in Ausgabe 9/2013:
Suchtindustrie: Kampf um die Flasche
Evolution: Liebe auf den ersten Schluck
© New Scientist Deutschland GmbH 9/2013
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