Sehhilfe Der siebte Sinn

Rückspiegel überflüssig.
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Rückspiegel überflüssig.

Wer wissen möchte, was hinter seinem Rücken gespielt wird, kann sich auf eine 360-Grad-Brille aus Frankreich freuen. Erste Tests verliefen aussichtsreich.

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Ich habe doch keine Augen im Hinterkopf!" Das hat wohl jeder schon einmal gesagt, als ihm etwas entging, was sich hinter seinem Rücken abspielte. Die Redewendung könnte bald ihre Berechtigung verlieren. Denn der Computerwissenschaftler Jérôme Ardouin und seinen Kollegen von der Grande École d'Ingenieurs Paris-Laval in Frankreich haben nun eine 360-Grad-Brille namens FlyVIZ entwickelt.

Die moderne Sehhilfe ist auf einen Helm montiert und nimmt die Umgebung in jede Richtung auf. Diese Bilder bereitet ein Computer so auf, dass das menschliche Hirn auch etwas mit den vielen Informationen anfangen kann.

Nach einer Viertelstunde soll sich der Träger an die eigentümliche visuelle Umgebung gewöhnt haben, heißt es. Weder Übelkeit noch Reisekrankheit sollen auftreten und auch die Augen nicht allzu schnell ermüden.

Dass das Gerät die Versprechungen der Entwickler offenbar erfüllt, konnten Besucher der Virtual Reality and Technology Conference im kanadischen Toronto Mitte Dezember erleben. Hatten sich die Träger erst einmal an das System gewöhnt, konnten sie sich problemlos im Raum bewegen und ohne Verzögerung auf ihre Umwelt reagieren.

Beim Testen waren sie in der Lage, Stöcke zu greifen, die normalerweise nicht in ihrem Sichtfeld gewesen wären. Sie duckten sich, wenn sie von hinten mit Bällen beworfen wurden und konnten auf einem Außengelände sogar ein Auto steuern. Auch die räumliche Orientierung der Probanden schien nicht sonderlich beeinträchtigt zu sein – obwohl die Brille ihrem Träger nur eine zweidimensionale Darstellung zeigt.

Dies liegt offenbar daran, dass die Probanden die Beobachtung der Bewegungen von Objekten im Raum und der Veränderung ihrer eigenen Position aus unterschiedlichen Sehwinkeln erhalten, die es ihnen ermöglichen, die räumliche Tiefe halbwegs zu erfassen.

Leider ist das System von Ardouins Team bisher noch ein unhandlicher Prototyp: Es wiegt 1,6 Kilogramm und muss zur Bildverarbeitung ständig mit einem Notebook verbunden sein. Eine Videokamera, spezielle Spiegel und ein handelsübliches Video-Headset komplettieren die Ausstattung. Es wird also noch etwas dauern, bis zum Beispiel Feuerwehrleute oder Polizisten von dem Gerät profitieren können.

Hal Hodson

© New Scientist Deutschland GmbH
First published in New Scientist 0/2012,
Reed Business Information Ltd., England.

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  • Datum: Donnerstag 01.11.2012 | 00:00 Uhr
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